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KS:ER-Praxistag am 19. November 2011

Kultur macht Schule – KS:ER-Praxistag mit Preisverleihung

Die 7. Erlanger Kulturdialoge, organisiert vom Kulturprojektbüro der Stadt Erlangen, standen in diesem Jahr wieder ganz im Zeichen der Kulturellen Bildung. Konzipiert als „KS:ER-Praxistag“ („KS:ER-Kulturservice Erlangen für Schulen und Kitas“) standen Praxisbeispiele, Gelingensbedingungen kulturpädagogischer Projekte sowie der fachliche Austausch im Mittelpunkt.

Tom Biburger vom Institut für Angewandte Kulturelle Bildung in München und Andrea Oestreicher, Mittelschullehrerin in München schilderten eindrucksvoll anhand ihres Filmvortrags „Paul lernt antworten“, welche Wirkung ein Tanz-Theaterprojekt auf einen Schüler hatte, der zuvor als wortkarger Außenseiter galt und sich im Laufe des Projekts zunehmend in die Klasse integrieren konnte. Die Projektanalyse war Teil des zweijährigen Forschungsprojekts „Leben lernen“ des Münchner Instituts an einer Gesamtschule.

"Und was hat das Projekt den Kindern wirklich gebracht?" Mit dieser Frage beschäftigte sich in seinem Vortrag Frank Fleischmann, Dipl. Sozialpädagoge und Geschäftsführer des Instituts für innovative Bildung e.V. Bamberg (IfiB) sowie Projektentwickler und -leiter im Bereich Kulturelle Bildung und Prävention, Evaluation. Er zeigte auf, welchen Qualitätsanspruch Projekte brauchen Projekte, um nachhaltig zu wirken, was ein gelungenes kulturpädagogisches Projekt ausmacht und welche Möglichkeiten der Ergebnisrückmeldung bestehen.

Einen praxisnahen Einblick in den Alltag kulturpädagogischen Arbeitens mit außerschulischen Partnern erhielten die Tagungsteilnehmer bei der Präsentation der Projekte „Schule auf dem Kunstweg“ (Eichendorffschule und Jugendkunstschule), „Musikkindergarten nach Daniel Barenboim“ (Spielstube Röthelheimpark und Erlanger Musikinstitut) und „Tanzen, Trommeln &Theater“ (Grundschule Brucker Lache mit zahlreichen Künstlern).

„Das Beste was passieren kann ist, dass die Künstler, die in die Schulen kommen, für ihre Sache ´brennen´, dann entflammt es auch die Kinder und Jugendlichen“, so Alfons Voit, Rektor der Ernst-Penzoldt-Mittelschule in der anschließende Podiumsrunde zum Thema „Kultur macht Schule – (k)eine Selbstverständlichkeit?!“.

Höhepunkt des KS:ER-Praxistags war zweifelsohne die Verleihung des mit insgesamt 3.000 €uro dotierten KS:ER-Innovationspreises für herausragende kulturpädagogische Projekte, gestiftet von der Sparkasse Erlangen. Beddie Beck, selbst im pädagogischen Bereich tätig, moderierte die Preisverleihung amüsant wie passgenau zugleich für die großen wie die kleinen Preisträger.

Gesucht wurden bei dem im Mai diesem Jahren vom Kulturprojektbüro ausgeschriebenen Wettbewerb Projekte, die die Eigenbeteiligung, Fantasie und Kreativität von Kindern und Jugendlichen fördern und die mit mindestens einem außerschulischen Partner realisiert wurden. Eingereicht wurde insgesamt 34 Bewerbungen.

„Es war schon seit langem überfällig, die Vielzahl der hervorragenden und beispielhaften kultur-pädagogischen Projekte in Erlangen sichtbar zu machen, aus dem Verborgenen herauszuholen, die geleistete Arbeit anzuerkennen und nicht zuletzt auch andere Einrichtungen zu Projekten mit außerschulischen Partnern zu motivieren“, so Anke Steinert-Neuwirth, Leiterin des Kulturprojekt-büros.

Der 1. Preis (1.500 €) ging an den Evangelischen Kindergarten „Tausendfüßler“ mit seinem Pro-jekt „Kunst und Design“. Die Jury würdigte das für diese Altersgruppe sehr ungewöhnliche Projekt, das die Kinder in verschiedene Rollen als Kreative, Produzenten, Designer und kleine Forscher versetzte. 67 Kinder haben sich über einen mehrmonatigen Zeitraum zunächst mit Künstlern wie Miró, Stratos und Rizzi ausführlich beschäftigt.

Sie besuchten das Germanische Nationalmuseum, lernten historische Kleidungsstücke und deren Entstehungsprozess kennen und haben im Anschluss daran, inspiriert von den Motiven der Künstler, selbst Kleidungsstücke entworfen, (mit)produziert und eigens präsentiert. Außerschulischer Partner des Kindergartens war die Modestylistin Sarah Heike.

Mit dem 2. Preis (1.000 €) wurde das Ausstellungsprojekt „Ernst vernetzt“ der Ernst-Penzoldt-Mittelschule Erlangen ausgezeichnet. Unter dem Thema "Jugendkultur" wurde von den Schülern das eigene Verhalten, Jugendsprache, Identität und Treffpunkte von Jugendlichen in Erlangen aufgearbeitet und aufwendig als Beitrag zur Ausstellung „Kindheit und Jugend im Wandel“ im Stadtmuseum präsentiert.

Die Schüler hatten die Gelegenheit, eine professionelle Ausstellung mitzugestalten. Durch das Ausstellen ihrer Produkte haben die Schüler u. a. Berührungsängste zur Kulturstätte Museum verloren und erfahren, dass dort interessante Geschichten erzählt werden, die auch mit ihnen zu tun haben. Für die Projektbeteiligten galt es nicht zuletzt auch Vorurteile zwischen Schülern verschiedener Schularten abzubauen.

„Wir machen Theater“, ein zweijähriges Projekt einer Ganztagsklasse der Realschule am Europa-kanal mit dem Theater Erlangen wurde mit dem 3. Preis (500 €) ausgezeichnet. Ein Kriterium der Jury für diese Wahl war, dass es sich hierbei nicht um eine klassische Theater-AG handelte, son-dern eine komplette Ganztagsklasse über einen langen Zeitraum „Theater gemacht hatte“.

Bei der Stückauswahl und Umsetzung der Stücke stand nicht nur das fächerübergreifende Produzieren der Utensilien im Mittelpunkt, sondern auch die Tatsache, dass alle vorhanden Fähigkeiten der Schüler in unterschiedliche Rollen und Funktionen im Projekt ihren Platz fanden.

Walter Paulus-Rohmer, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Erlangen betonte bei der Preisverleihung, „wie sehr kulturpädagogische Projekte die Schlüsselkompetenz sowie Selbstbewusstsein, Kommunikations- und Teamfähigkeit, Medienkompetenz und Kreativität fördern. Ziel sei es auch, Kulturelle Bildung im Alltag von Schulen und Kindertagesstätten verstärkt zu fördern und auch stärker in der Region zu verankern“.